Fluggastbrücken ja, Funktion nein – Och nö…!

Es ist wunderbar! Haben wir ein Problem im Griff, eröffnen sich zwei neue. ;-) Zugegeben, ganz so schlimm ist es nicht. Ende letzter Woche wurde uns wieder klar, dass zwischen Hardware und Software oft (Miniatur-)Welten liegen. Servomotoren finden seit Jahren auf unserer Anlage Einsatz – mal mehr, mal weniger aufwändig. Im Flughafen werden stattdessen zum ersten Mal Schrittmotoren eingesetzt.

In den Fluggastbrücken arbeiten 3 Motoren. Es handelt sich um Schrittmotoren, die über eine Steuerplatine in jede mögliche Position gefahren werden können. Die Funktion der Fluggastbrücken grenzt an ein Wunderwerk der Technik. Wo an einem realen Flughafen eine Person an einem Steuerpult in der Spitze der Brücke diese an die Flugzeuge heran fährt, wird bei uns alles vom Computer übernommen. Die Hauptursache für die aufwändige Elektromechanik liegt daran, dass wir große Probleme hatten 10 Mitarbeiter (einer pro Brücke) so einzuschrumpfen, dass sie dauerhaft in den Fluggastbrücken hätten arbeiten können (und wollen).

Nun aber ernsthaft zur Technik.
Drei Schrittmotoren:
– Ein Motor ist für das Ein- und Ausfahren der Brücke zuständig. Dieser Motor sitzt direkt im Brückenschacht und bewegt sie über eine Spindel.
– Der zweite Motor übernimmt die Drehbewegung der gesamten Brücke. Er läuft über ein Zahnrad mit Zahnriemen.
– Der dritte Motor ist für das Heben und Senken der Brücke zuständig. Im Mast wird dazu ein Stempel hoch und runter gedrückt, der über einen Excenter, auf der Motorwelle sitzend, gefahren wird.
Die Steuerplatine:
Sie ist eine komplette Neuentwicklung aus unserem Hause, um unseren Ansprüchen auch gerecht zu werden. Bis jetzt wurde sie aber nur in der Ladestation verwendet und hatte mit dem Schrittmotor nur 2 verschiedene Positionen anzufahren.

Die Motoren in der Fluggastbrücke müssen aber an alle Flugzeuge unterschiedlich heranfahren können. Und das ganze realistisch! Das heißt „Stück für Stück“, als wäre es wirklich von Menschenhand gelenkt. Die Konfigurationszeit hierfür schätzen wir auf ca. einen Monat. Sorge bereitet uns derzeit noch, dass die einzelnen programmierten Positionen sich nach und nach etwas verstellen. Ich überlege also gerade, ob es helfen würde ein Programm zu schreiben, was die Fluggastbrücken immer mal wieder kalibriert.

Die folgenden Fotos sind beim ersten nicht-ganz-so-erfolgreichen Test entstanden. Schön zu sehen ist, wie einem Programmierer manchmal die Stimmung von der eigenen Technik verhagelt wird. ;-)
Aber aufgeben gibt’s nicht! Es bedurfte danach noch einer Änderung auf den Steuerplatinen der Schrittmotoren. Mittlerweile sind wir beim Konfigurieren der Brücken.